Kirche ist Liebe
Meine Blog-Pause bleibt vorerst bestehen.
Stattdessen ist hier ein Gastartikel von meiner Frau Katha:
Die Kirche ist der Leib Christ. Glieder des Leibes sind Menschen. Das heißt, die Kirche besteht aus Menschen, die auf mysteriöse Weise mit Christus verbunden sind. Das Bindemittel?
Liebe.
Deshalb ist das Markenzeichen der Kirche auch die Liebe - sagt Jesus. Das ist Konsens in allen christlichen Konfessionen.
Aber wenn das so ist, wer gibt uns das Recht, Millionen von Euro in Gebäude zu investieren, die dreisterweise auch noch Kirche genannt werden, während Menschen verhungern, die mit Gott verbunden sind?
Wer gibt uns das Recht, diese Gebäude zu beheizen und zu schmücken, während sogar in Deutschland Menschen ohne Obdach leben und im Winter sogar erfrieren?
Wer gibt uns das Recht, von Hoffnung und sozialer Gerechtigkeit zu predigen, und dann hinterher beim Kirchenkaffee Getränke zu verkaufen, die von Menschen in größter Armut unter grässlichen Bedingunen produziert wurden?
Jesus brauchte zum Leben keine Wohnung - wir fordern sie sogar für die Stunde im Gottesdienst ein. Wir opfern nichts und wollen alles bekommen. Dass ist nicht die Haltung, in der man Jesus nachfolgen kann.
Die Kirche wird zunehmen irrelevanter, weil wir nicht mit unseren Taten lieben. Unser Gefasel von Liebe und Gerechtigkeit muss Gott zum Kotzen bringen, so wie wir uns dazu verhalten.
Die Kirche braucht einen Wandel.
Natürlich brauchen wir auch neue Musik,
natürlich müssen wir auf die Kultur der Menschen um uns herum eingehen,
natürlich müssen wir anfangen, offen auf Menschen zuzugehen, statt uns in frommen Cliquen zu verstecken.
Aber viel mehr als dass müssen wir anfangen in der Tat zu lieben.
Und das wird uns etwas kosten - vielleicht sogar alles.
Aber es gibt keinen anderen Weg.
Wenn unsere Liebe tot ist, ist die Kirche tot.
Deshalb rufe ich uns alle auf:
Lasst uns auf alles verzichten, was wir nicht dringend brauchen.
Lasst uns fasten, um an unseren Körpern zu spüren, was unsere Geschwister durchmachen.
Lasst uns mutig gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen aufstehen.
Lasst uns alles, was wir entbehren können, denen geben, die es dringend brauchen
und lasst uns Gott um Vergebung bitten für unsre Lieblosigkeit.
Amen.
Network XXL - Kommen, um zu gehen
Schon einige Wochen gab es hier keinen Beitrag mehr von mir. Dafür kommt jetzt einer. Der Grund (weshalb ich Zeit dafür habe) ist allerdings unerfreulich: Irgend eine beschissene Erkältung hat sich dazu entschieden, ein Husten-Schleim-Gefecht in meinem Hals auszutragen. Dabei würde ich so gerne heute auf die Nordalb nach Deggingen fahren. Warum? Darum:

Ein mir bisher unbekanntes Camp hier in Süddeutschland, zu dem ich mit unserer Tree Jugendgemeinde heute gefahren wäre. Von dem, was ich so gehört habe und was die Vorab-Infos versprechen, wird das eine spannende und geistreiche Sache. Christen aus England und Norwegen sind mit dabei und natürlich viele aus Württemberg, vor allem aus den jungen Gemeinden hier.
Das Camp steht unter dem Motto "Lernt von mir" und hat als Ziel die christliche Jugend- und Gemeindearbeit hier im Süden zu vernetzen und zu inspirieren. Wobei vermutlich präziser wäre: Gottes Geist inspiriert uns durch andere und wir Menschen bauen Beziehungen zueinander. Aber Schluss mit der Klugscheisserei.
Eigentlich wollte ich heute Abend eine kleine Bericht-Serie über das Camp starten, aber daraus wird wohl (vorerst) nichts. Stattdessen bitte ich jetzt einfach mal in die christliche Blogosphäre hinein darum, dass einige Leute für mich um Heilung beten. (Hätte nie gedacht, dass ich um sowas einfach mal im Internet bitte.)
Ich werde dasselbe tun und zusätzlich Husten- und Bronchialtee in mich reinschütten. Balsam zum Einschmieren habe ich gerade keinen da. So Gott will und die Gesundungsmittel Tee & Ruhe wirken, kann ich hoffentlich morgen oder übermorgen zum Camp nachreisen. Aber die Gesundheit geht vor...
Einen lieben Gruß an alle aus dem ejw Bezirk Leonberg und an das ganze Network XXL-Camp.
Über die Chancen von Jugendgemeinden
Statement zur Delegiertenversammlung des Landesjugendwerks Württemberg, 08.05.2010
Ich bin seit 1. März 2010 Bezirksjugendreferent im Evangelischen Jugendwerk Bezirk Leonberg. Ich habe den Arbeitsbereich "Jugendgemeinde" von meinem Vorgänger Cyrill Schwarz übernommen und begleite nun seit gut zwei Monaten unsere Tree Jugendgemeinde in Leonberg. Ich möchte meine ersten Erfahrungen aus Leonberg darstellen und hoffe, dass ich dadurch die Chancen von Jugendgemeinden allgemein deutlich machen kann.
1. Unsere Jugendgemeinde ist flexibel und dynamisch.
Es gibt sehr wenige feste Strukturen, kein eingefahrenen Traditionen oder von oben festgelegte Abläufe. Alles passiert so, wie es den Persönlichkeiten und Ideen der Jugendlichen in der Jugendgemeinde entspricht. Mit dieser Vorgehensweise nehmen wir die Jugendlichen und ihre Bedürfnisse auf psychologischer und geistlicher Ebene nicht nur wahr, sondern auch ernst. Andererseits begegnen wir dadurch den Anforderungen der Postmoderne, in der die heutigen Jugendlichen aufgewachsen sind.
Die Jugendgemeinde kann aufgrund ihrer Flexibilität jede Wochen anders sein und anders handeln. Sie kann - gerade deshalb - auf aktuelle Entwicklungen und Ereignisse in der Jugendkultur und unter den Jugendlichen eingehen. Die gesamte Organisation der Jugendgemeinde ist in offene Bereiche aufgeteilt. Jeder kann überall rein schnuppern, teilnehmen und sich anschliessend gabenorientiert dort einsetzen, wo es ihm oder ihr liegt.
2. Unsere Jugendgemeinde ermöglicht ganzheitliche Partizipation.
Jeder Jugendliche hat bei uns die Möglichkeit mit zu machen und die Gemeinde mit zu gestalten. Es gibt keine Hindernisse oder Hürden zur Mitarbeit oder Mitgestaltung. Die Jugendlichen müssen keine Mitgliedschaft eingehen und keinen Vertrag unterschreiben. (Sie müssen noch nicht einmal Christen sein.) Jeder, der einen Gegenstand von A nach B trägt, gilt bei uns als Mitarbeiter und wird von Anfang an als solcher akzeptiert und wertgeschätzt.
Die Tree Jugendgemeinde bieten Jugendlichen zudem die Chance, ihre eigene Spiritualität in einem selbst gesteckten Rahmen zu erforschen und zu entdecken. Die geistliche Lenkung in der Jugendgemeinde ist minimal und findet nur in kritischen Situationen statt, z.B. wenn sich eine Irrlehre bemerkbar macht. Somit können die Jugendlichen in einer Gemeinschaft mit Gleichaltrigen ihren eigenen Glauben entwickeln. Daneben bleiben wir offen für den Heiligen Geist und sein Wirken.
Durch diese Haltungen ist die Jugendgemeinde offen für Jugendliche aus verschiedenen Milieus und mit unterschiedlichen geistlichen oder sozialen Prägungen.
3. Unsere Jugendgemeinde wird von einem Hauptamtlichen, der nicht der Leiter der Gemeinde ist, professionell begleitet.
Die Jugendlichen haben in unserer Jugendgemeinde die Möglichkeit mit Hilfe einer vollzeitlichen, professionellen Begleitung im theologischen und konzeptionellen Bereich, selber Kirche zu bauen, zu gestalten und zu leiten. Jugendgemeinde wird u.a. dadurch für Jugendliche zu "ihrer" Form von Kirche, zum Teil ihrer Identität und ihrer Geschichte. Sie können hier geistliche Heimat miteinander finden und erleben.
Als Hauptamtlicher nehme ich dabei keine bestimmende Leitungsposition ein. Ich bin Trainer, Coach, Mentor und Freund. Ich gebe Orientierung, wenn die Jugendlichen an theologische Grenzbereiche gelangen und helfe dort aus, wo die Jugendlichen nicht alleine zurecht kommen oder wo ihnen (noch) Kompetenzen fehlen.
An diesen Stellen ist eine hauptamtliche Begleitung aber auch unabdingbar. Aus diesem Grund ist die Hälfte meiner Stelle als Jugendreferent auch der Tree Jugendgemeinde zugeordnet.
4. Unsere Jugendgemeinde arbeitet selbstständig im Auftrag der Landeskirche.
Die Tree Jugendgemeinde ist bewusst ein Arbeitsbereich unseres Evangelischen Jugendwerks Bezirk Leonberg. Sie ist ein Teil des Kirchenbezirks und ein geistlicher Erlebnis- und Erfahrungsraum, in dem Jugendliche selbstständig im Auftrag der Landeskirche das Reich Gottes bauen und fortführen.
Die Jugendgemeinde weiß sich dem reformatorischen Erbe verpflichtet und bringt Jugendliche nicht nur in Berührung, sondern in intensiven und verändernden Kontakt mit evangelischem Glaube. Sie lebt den christlichen Auftrag der Landeskirche, die gute Nachricht der Gnade Gottes in Jesus Christus durch Wort und Tat zu verbreiten. Sie tut das in der Welt, und als Jugendgemeinde im Speziellen in der Welt der heutigen Jugendlichen.
Als Fazit möchte ich zusammenfassend sagen:
Jugendgemeinden sind eine Art und Weise die Kirche von heute für Jugendliche gegenwartsrelevant und zukunftsfähig zu machen. Lassen Sie uns im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg diese Chance nutzen, indem wir heute die Resolution zur Föderung von Jugendgemeinden beschliessen. Es ist wichtig, dass wir die Kirchenleitung der Landeskirche auffordern, Möglichkeiten, Räume, Stellen und Ressourcen für Jugendgemeinden freizusetzen, damit Jugendliche dem lebendigen Gott in "ihrer" Kirche begegnen können.
Mein neues Baby ist da!
Finally... after much pain and frustration with online shopping.
Bought in a shop in Leonberg. Creativity: Explode!
PS: Dem am 1. April von einigen verkündigten Gerücht, ich würde Vater werden, widerspreche ich nicht. Es ist nur kein Mensch geworden! (Das kommt später...)




