Christmas Rock Night 2009
Es folgt ein kurzer und knackiger Bericht über das vergangene Konzert-Wochenende, welches ich mit vier Jugendlichen aus meinen Gemeinden auf der Christmas Rock Night (kurz CRN) in Ennepetal verbracht habe.
Meine momentane Gefühlslage zu beschreiben, fällt mir gar nicht so leicht. Ich schwebe zwischen Euphorie, Freude, Erschöpfung und Dankbarkeit. Es war eines der besten und intensivsten Festivals meines bisherigen Lebens. Und zusammen hatten wir fünf eine Menge Spaß und gute Gespräche zwischendurch.
So oder so ähnlich stelle ich mir Himmel vor: Gemeinschaft mit geliebten Menschen und unserem geliebten Gott während wir feiern und rocken. Einen Vorgeschmack davon durften wir in den letzten zwei Tagen erleben.
Thousand Foot Krutch
Am meisten berührt haben mich folgende drei Bands:
1. Seventh Day Slumber
Diese Jungs haben aus Ihrem Konzert eigentlich einen Worship-Abend gemacht. Sie spielten Songs von ihrem aktuellen Worship-Cover-Album Take Everything, darunter einige echt tolle Lieder von Hillsong (United) in einer rockigeren Version.
Besonders krass war das Zeugnis des Sängers am Ende der Show: Er war lange Jahre drogensüchtig und hat teilweise um die 400$ pro Tag für Drogen ausgegeben. Seine Mutter fand ihn bei einem Selbstmord-Versuch halbtot im Flur der eigenen Wohnung. Im Krankenwagen ist ihm dann Gott begegnet und er hat sein Leben Jesus gegeben. Seit dem hat dieser bei ihm alles auf den Kopf gestellt.
Nach diesem Zeugnis sollte das ganze Publikum die Augen schließen und er hat drei Fragen gefragt und das Ergebnis jeweils laut ausgesprochen (wir hatten ja die Augen zu):
- Wer von euch hatte schonmal Selbstmord-Gedanken? (Viele meldeten sich!)
- Wer von euch hat schonmal einen Abschiedsbrief geschrieben und einen Selbstmord konkret geplant? (ca. 20 Meldungen)
- Wer von euch wollte sich eigentlich nach diesem Konzert-Wochenende umbringen? (2-3 Leute meldeten sich)
Anschließend hat er diese Leute aufgerufen nach vorne zu kommen und hat für sie um Heilung gebetet. Ich fand die Aktion so krass, dass mir erstmal die Spucke wegblieb. Vermutlich hat Gott einige Menschen durch dieses Konzert vor einem Selbstmord bewahrt und sie geheilt. Ultra!
"You don't need another song, you need Jesus tonight."
Since October
2. Haste The Day
Letztes Jahr hatte ich nicht allzu viel von Haste The Day mitbekommen, weil meine Jugendlichen diese doch ziemlich heftige Musik mit viele Screams nicht ganz so mochten und ich lieber Zeit mit ihnen verbrachte. Dieses Jahr blieb ich aber mit einem Jugendliche doch da um ordentlich abzugehen.
Und wie es abging! Diese Jungs bliesen einen dermaßen tighten und knüppelnden Metalcore mit teils melodischen Einlagen von der Bühne, dass es mich schlichtweg wegpustete. Bei emotional ansprechender Musik kann ich komplett darin aufgehen, ich nehme dann nur noch die Musik und meine Gefühle wahr und die Umwelt verschwimmt. Mein Körper mutiert zu einer einzigen Dampfwalze, die sämliche Luft im 360° Winkel und im Bereich 2 Meter um mich herum mit wilden Violent-Dancing Kampftechniken bearbeitet. Dabei kann ich sämtliche aufgestauten Aggressionen mit einem Schlag (wörtlich!) bei Gott ablassen. Gut, ich brauche etwas Platz, aber weiter hinten im Publikum war dieser Raum. Es ist mir egal, was die Menschen um mich herum über meinen Tanzstil dachten. Ich bin in den Gitarren und dem Geschrei Gott begegnet. Und es war sehr wohltuend!

3. Disciple
Disciple sind wohl meine "favorite rock band of all time". Bisher habe ich sie schon 5-6 mal live gesehen und sie werden nie langweilig. So auch an diesem Wochenende: Emotionaler, wilder Rock mit krachenden Gitarren und einem super Gesang von Frontmann Kevin Young. Dazu die tiefgängigen und ansprechenden Texte, die einen entweder zu einer Beziehung mit Jesus einladen oder die eigene Beziehung mit Jesus vertiefen.
Auch dieses Jahr hat Kevin wieder eine kurze Andacht gehalten und die Festivalteilnehmer eingeladen, Jesus nachzufolgen. Dieser Mann hat einfach ein tolles Charisma und Gottes Geist spricht durch ihn. Ich war begeistert.
Songmäßig haben sie viel von ihrem neuen Album gespielt, aber auch einige alte Granaten wie z.B. God Of Elija und I Just Know. Alles in allem ein überaus "bewegendes" Konzert.
Maylene And The Sons Of Disaster
Dieses Jahr war wohl auch das Jahr des weiblichen Gesangs. Gleich drei Bands hatten eine Frontfrau und alle drei haben mir gefallen (die Bands natürlich ;-): Fireflight (Melodic Rock, kannte ich schon), The Letter Black (sehr frischer Rock mit einer Prise Melancholie) und HB (finnischer Symphonic-Metal vom Feinsten).
Die witzigsten Bühnenshows hatten Manic Drive und Maylene And The Sons Of Disaster, wenn auch nicht ganz meine Musik. Beide Bands waren vom Auftreten her cool und sympathisch.
Im jährlichen CRN-Gottesdienst konnte ich gut auftanken dank der geistreichen Lobpreis-Musik der Outbreakband.
Doch leider ging auch dieses Festival vorüber. Aber wie heißt es doch so schön: Nach der CRN 2009 ist vor der CRN 2010... hoffentlich.

Kommentare
Christoph B.
12. Dezember 2009
Geilstes Rockfestival EVER!
Und...ich habs doch prophezeit: Seventh Day Slumber geht Hammer ab!
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