Material: Die Liebe unterscheidet nicht!
Predigt zum 4. Adventssonntag in der FeG Bad Wildungen
am 20.12.2009
Es ist Sonntagmorgen.
Auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus einer christlichen Gemeinde irgendwo in der Mitte Deutschlands parkt ein Mann.Er steigt aus seiner schwarzen Mercedes S-Klasse. In einem nagelneuen weißen und perfekt sitzenden Armani-Anzug und mit einer funkelnde Rolex-Uhr am Handgelenk betritt er das Gemeindehaus. Seine Frisur sitzt perfekt und er riecht nach einem eleganten Herren-Parfüm.
Er ist neu in der Gegend. Weil seine Firma ihn zum Regionalmanager für diesen Landkreis gemacht hat, ist er in die neugebaute Nobelvilla am Standrand gezogen.
Und an diesem Morgen will er in den Gottesdienst. Das Gemeindehaus hatte ihn von außen durch die tolle Architektur angesprochen. Er war seit einiger Zeit nicht mehr in einer Kirche gewesen. Aber jetzt im Advent konnte es ja nicht schaden.
Am Eingang der Gemeinde begrüßt ihn eine ältere Frau freundlich.
„Einen schönen guten Morgen. Willkommen in unserer Gemeinde. Kommen Sie, ich zeige ihnen eine guten Sitzplatz. Hier, in der ersten Reihe.“
Sogleich kommen einige der Ältesten der Gemeinde auf ihn zu.
„Guten Tag. Ich habe Sie hier noch nie gesehen. Sind sie neu in der Gegend? Wir freuen uns, dass sie unseren Gottesdienst besuchen.“
Nach einem kurzen Gespräch nehmen alle ihre Plätze ein. Der Gottesdienst beginnt, einige Anbetungsmusiker fangen auf der Bühne an, das erste Lied zu spielen.
Als die Gemeinde zu singen beginnt, öffnet sich die Tür des Gemeindehauses im hinteren Bereich des Saales.
Ein kleiner, gekrümmt laufender Mann betritt den Raum. Als er hereinkommt, drehen die hinteren Reihen im Gemeindesaal den Kopf nach ihm um. Er stinkt unglaublich, so als hätte er sich einen Monat nicht gewaschen.
Seine zerfetzte Jogging-Hose hängt auf halb Acht und seine dreckigen alten Schuhe hinterlassen Spuren auf dem schönen, blauen Saalteppich. Er trägt einen ausgewaschenen, alten Pulli und hält eine Plastiktüte mit beiden Händen.
In seinem Gesicht sind tiefe Falten zu sehen, seine Haare stehen wirr von seinem Kopf ab. Sein nach Alkohol riechender Atem steigt den Gottesdienstbesuchern in den hinteren Reihen in die Nase. An seinem Schnauzbart hängt etwas Gelbes, Flüssiges.
Er war rein zufällig in dieses Gemeindehaus gekommen. Draußen war es kalt und da dachte er, dass er zumindest während des Gottesdienstes in dem geheizten Raum bleiben könne.
Die ältere Frau, welche an diesem Morgen den Begrüßungsdienst hat, steht aus ihrer hinteren Sitzreihe auf und geht auf ihn zu.
„Hallo. Kann ich ihnen helfen?“
„Nein.“ sagt der Mann etwas zu laut. Wieder drehen sich einige Köpfe um und starren ihn mit genervten Blicken an. Vorne steht einer der Ältesten auf und kommt mit schnellen Schritten nach hinten.
„Gibt es ein Problem?“ fragt er die ältere Frau. Er blickt den offensichtlich obdachlosen Penner mit einem strengen Blick an.
„Ich glaube nicht.“ sagt sie. Dann wendet sie sich dem Penner zu.
„Wenn sie hier bleiben wollen, dann setzen sie sich bitte hier hinten auf den Boden. Und bitte stören sie unseren Gottesdienst nicht. Seien sie leise!“ flüstert die Frau. Vorne spielen weiterhin die Anbetungsmusiker.
Die Frau weist dem offenbar leicht angetrunkenen Mann einen Platz auf dem Boden neben dem Regal mit den Gesangsbüchern zu, etwa drei Meter hinter der letzten Sitzreihe des Saales.
Man kann diesen Mann ja nicht zwischen den normalen Gottesdienst-Besucher sitzen lassen. Dann gehen sie und der Älteste zurück auf ihre Plätze, um weiter Gott anzubeten.
Keine völlig undenkbare Szene. Eine Szene, wie sie sich vielleicht auch hier in unserer Gemeinde abspielen könnte? Ich weiß es nicht.
Diese Szene diente schon vor fast 2000 Jahren einem Brief-Schreiber des Neuen Testaments als Beispiel. Sie verdeutlichte ein falsches Denken und Fehlverhalten in einer christlichen Gemeinde.
Und genau darum geht es in meiner heutigen Predigt. Ich lade euch heute morgen dazu ein, mit mir über einen Abschnitt aus dem Jakobus-Brief nachzudenken. Und ich lade dich dazu ein, offen für das zu sein, was der Heilige Geist heute morgen in dir verändern möchte.
Ich lese aus dem Jakobus-Brief, Kapitel 2, die Verse 1 bis 13.
Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.
Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben?
Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz!, und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!
Ist's recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken?
Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen?
Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist?
Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, so tut ihr recht;
wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter.
Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.
Denn der gesagt hat: »Du sollst nicht ehebrechen«, der hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten.« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes.
Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.
Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.
1. Kein Ansehen der Person
Halten den Glauben an Jesus Christus frei von allem Ansehen der Person. Bereits im ersten Vers bringt der Schreiber des Jakobus-Briefes seine Kernaussage für den gesamten dann folgenden Abschnitt.
Kein Ansehen der Person, das war ein Anliegen, mit dem schon die Christen im ersten Jahrhundert ihre Schwierigkeiten hatten.
Da wurden Reiche bevorzugt und Arme benachteiligt. Frauen hatten nichts zu sagen, Männer durften lehren und predigen. Es wurde darüber gestritten, ob man zu Paulus oder Apollos gehören sollte.
Und in genau diese Situation hinein schreibt auch der Verfasser des Jakobus-Briefes seine Worte. Sie sind eine Ermahnung, nicht von dem einmal eingeschlagenen Jesus-Weg abzuweichen und menschliche bzw. weltliche Maßstäbe in der Gemeinde anzulegen.
Und diese Mahnung spricht auch in unsere heutige Zeit hinein, in unsere Freie evangelische Gemeinde, heute morgen.
Ich stelle immer mal wieder mit Erschrecken fest, dass die meisten Christen (und da schliesse ich mich selbst nicht aus) vielerorts es bis heute nicht geschafft haben, allen Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie einfach sein können. Einen Ort, wo jeder erstmal so angenommen ist, wie er ist. Ohne Hintergedanken.
Viele Gemeinde sind auch heute noch kein Ort, wo nicht nach dem Ansehen von Personen gehandelt, entschieden und miteinander umgegangen wird.
Und das wird auch in der aktuellen Debatte des Spiegels zwischen Islam und Christentum wieder deutlich: Die Welt nimmt uns Christen mehrheitlich nicht als tolerante und offene Menschen dar. Wir werden als engstirnige Fundamentalisten oder als rückwärtsgewandt bezeichnet. Beides Bezeichnungen, die vom Anspruch des Jakobus-Briefes meilenweit entfernt sind.
Ich frage mich, warum die Öffentlichkeit uns so wahrnimmt. Schliesslich basiert doch der Artikel 1 unseres Grundgesetzes auf dem Gedankengut, das der Schreiber des Jakobus-Briefes hier in einer Mahnung formuliert.
„Die Würde jedes Menschen ist unantastbar.“
Was ist damit anderes ausgesagt als: Behandele jeden Menschen mit Würde und respektvoll.
Ist das nicht der Geist Gottes der da spricht? Die Aussage im Jakobus-Brief legt die Grundlage für dieses Menschenrecht in den ersten christlichen Gemeinden.
In der Gemeinde soll niemand anders behandelt werden, nur weil er aus einer anderen sozialen Schicht kommt und mehr oder weniger gesellschaftliches Ansehen hat.
Und ich glaube die Geschichte mit dem Armen und dem Reichen in der Gemeinde verdeutlich nur beispielhaft einen allgemeinen Anspruch, der nicht nur für soziale Unterschiede gilt.
In der Gemeinde (auch in unserer hier), soll JEDER gleichberechtigt und gleich behandelt werden.
Zum Beispiel:
Jemand ist in der gleichen Gemeinde wie ich und hört eine Musikrichtung, die mir nicht gefällt. Ich soll ihn oder sie genauso behandeln und lieben, wie meine Freunde, mit denen ich auf Konzerte gehe.
Oder:
Jemand hat sich von seinem Ehepartner geschieden. Ich soll ihn oder sie genauso behandeln und lieben, wie diejenigen Paare in der Gemeinde, die noch glücklich verheiratet sind.
Oder:
Jemand arbeitet in der Gemeinde gar nicht oder nur im Hintergrund mit. Ich soll ihn oder sie genauso behandeln und lieben, wie die Leute, die sich im Gottesdienst oder bei der Musik voll engagieren und an vielen Stellen mitarbeiten.
Ich denke, diese Beispiele reißen schonmal einige Stellen an, bei denen wir ins Nachdenken kommen könne über uns selbst und unsere Sicht auf Menschen in unserem Umfeld.
Unterscheidest du gedanklich oder in den konkreten Beziehungen zwischen Menschen auf eine ungesunde Art und Weise?
Ich habe bei mir selbst gemerkt, dass es ziemlich schwer ist, diese Aussage im eigenen Leben umzusetzen: Halte deinen Glauben frei von allem Ansehen der Person.
Ich verurteile Menschen in der Gemeinde, weil sie nicht so frei und ungesetzlich glauben wie ich. Oder mir fällt es schwer Leute zu lieben, die keine Offenheit für andere Musik, für andere Gottesdienst-Formen oder andere Glaubensrichtungen haben als ihre eigene.
Um diese Gedanken und Gefühle los zu werden, fordert mich der Jakobus-Brief dazu heraus, meinen menschlichen Stolz bei Jesus abgeben und frei werden, bedingungslos zu lieben. Eine Lebensaufgabe, an der es sich lohnt dranzubleiben, selbst wenn es ein Leben lang dauert.
Denn was würde passieren, wenn in unseren christlichen Gemeinden wirklich kein Ansehen der Person herrschen würden?
Würden nicht all die vom Leistungsdruck getriebenen Menschen, die Verachteten, die Armen, die Schwachen, die Depressiven und die Ungeliebten in Scharen in unsere Häuser kommen, weil wir ihnen einen Ort bieten, an dem sie mit ihrer ganzen Person vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben einfach nur SEIN dürfen?
Ich will nicht ausschließen, das einige, die schon hier sitzen sich vielleicht als so jemand sehen oder fühlen. Arm, schwach, verachtet, ungeliebt.
Ich sage dazu ganz praktisch: Ihr seid hier willkommen. Ihr seid hier gewollt. Ihr seid hier in guter Gesellschaft.
Aber würden es auf Dauer nicht viel und beständig mehr Menschen werden, die Kirche und Gemeinde wieder als den Ort der bedingungslosen Annahme erfahren und dort in den „Häusern Gottes“ ihr zu Hause finden?
Fragen, die euch hoffentlich genauso herausfordern wie mich.
Aber ich möchte jetzt noch ein Stückchen weiter an unserem Text entlang gehen. Der Schreiber des Jakobus-Briefes gibt seinen Lesern und somit auch uns eine Begründung für diese Herausforderung.
2. Gottes sieht anders
Wie schon Paulus im 1. Korinther-Brief schrieb, ist Gottes Weisheit und Liebe unserer menschlichen Logik entgegen gesetzt. Wie oft versuchen wir, unsere menschlichen Maßstäbe, die wir in dieser Welt eingeprägt bekommen, auch in der Gemeinde umzusetzen.
Und genau das erkannte der Schreiber des Jakobus-Briefes unter den Christen, denen er offensichtlich begegnete. Sie machten Unterschiede in der Gemeinde, nach Wohlstand, Ansehen und Aussehen.
Warum?
Weil sie die Person ansahen, so wie die Welt auf Personen schaut. Reich = wichtig, arm = unwichtig.
Ich habe mal geforscht, wo das Wort „Person“ eigentlich herkommt. Es stammt vom etruskischen Wort phersu ab und das bedeutete „Maske“.
Wenn wir diese Abstammung also konsequent weiterdenken, so könnte man sagen:
Das was wir an einem Menschen als Person wahrnehmen, ist das rein Äußerliche, sozusagen die Maske hinter der sich ein die Seele, das Herz eines Menschen versteckt.
Aber wir sehen nur die Maske. Wir können nicht in die Seele oder das Herz hinein schauen. Und wenn doch, dann nur bei ganz wenigen Menschen.
Meine Frau ist z.B. einer der wenigen Menschen, die in mein Herz hineinschauen dürfen und denen ich Zugang zum Bereich hinter meiner äußerlichen „Person“ gebe.
Das heißt nicht, dass ich nicht echt bin. Es bedeutet, das was man äußerlich von mir wahrnimmt, ist nicht das, was mich ausschliesslich als Mensch definiert. Es ist nur ein Teil von mir. Meine Persönlichkeit, so wie andere Menschen sie sehen, ummantelt sozusagen mein Innerstes, mein Herz.
Und ich glaube, so ist das bei jedem Menschen.
Wenn wir jetzt also mit 1. Samuel 16, 7 feststellen:
„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“
Dann wird uns langsam klar, was der Schreiber des Jakobus-Briefes hier sagen will:
Gott erwählt diejenigen in seine Gemeinde, die in ihrem Herzen offen sind für Vertrauen und Liebe. Er kann hineinschauen. Wir aber sehen nur das Äußere.
Und aus diesem Grund steht es uns nicht zu in unserem Handeln einen Unterschied zu machen zwischen einem bestimmten Menschen und einem anderen.
**3. Die Liebe triumphier**t
Jeder Mensch ist gleich liebenswürdig, egal ob Atheist, Moslem oder Christ, egal ob er homosexuell ist oder Geschlechtsverkehr vor der Ehe hatte.
Toleranz und Respekt sind keine Erfindungen des modernen Humanismus. Die Evangelien sind voll davon: Jesus lebte diese Grundhaltungen und sein Geist trug durch solche Briefschreiber wie den des Jakobus-Briefes diese Haltungen wieder neu in die ersten christlichen Gemeinden.
Jesus ist für jeden Menschen gekommen. Das feiern wir in einigen Tagen an Weihnachten.
Und Jesus ist für jeden Menschen gestorben und auferstanden. Das feiern wir kommendes Frühjahr an Ostern.
Mit diesen beiden Ereignissen vor Augen und im Herzen, können wir aufhören, einander zu be- und verurteilen. Wir können aufhören, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer sozialen Klasse, ihres kulturellen Hintergrunds oder ihrer Weltanschauung in Schubladen zu stecken.
Es ist nicht meine und deine Aufgabe zu richten. Und auch hier setzt der Schreiber des Jakobus-Briefes wieder an:
Wer unbarmherzig und ohne Mitleid richtet, der richtet letztendlich sich selbst. Denn niemand kann seinen selbst aufgestellten Regeln genügen, geschweige denn den Geboten Gottes. Wir sind alle gleich schuldig, keiner von uns steht vor Gott besser da als ein anderer.
Und in jedem von uns steckt doch dieses Herz, das wir immer aussen vor lassen, wenn wir richten. Weil wir in den allermeisten Fällen nur das Äußere eines Menschen wahrnehmen können, beurteilen wir auch immer nur das Äußere. Die Person. Die Maske.
Der Maßstab, das Gesetz der Freiheit für unser Handeln ist genau aus diesem Grund: Barmherzigkeit. (In diesem Wort stecken die Wörter Erbarmen und Herz drin.)
Handeln aus Mitgefühl.
Wir werden von Gott nicht daran gemessen, wie viel „Recht“ wir in unserem Leben hatten. Oder wie vielen Leuten wir gezeigt haben, dass sie vielleicht auf dem „falschen Weg“ sind.
Gott hat uns seinen Geist der Liebe und Gnade gegeben, und wenn wir diesem Geist immer mehr Raum in unserem Herzen einräumen, indem wir mit Gott in Beziehung leben, dann will und wird er uns liebevoll und gnädig machen.
Uns selbst gegenüber, aber vor allem auch den Menschen in unserem Umfeld gegenüber.
An Weihnachten lädt uns Jesus jedes Jahr neu ein, seinen Geburtstag zu feiern.
Er kam nur einmal als Mensch auf die Welt, aber gerade Weihnachten kann jedes Jahr auch der Zeitpunkt sein, Jesus erneut oder zum ersten Mal in dein eigenes Herz hinein zu lassen.
Ich möchte das in meiner Predigt heute morgen ganz praktisch deutlich machen:
Alles was ich bis jetzt gesagt habe, sage ich nicht, um irgend jemanden in diesem Gottesdienst zu verurteilen. Ich will zum Nachdenken anregen, ich will eine Anstoß geben, das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen.
Warum?
Weil ich das selbst tun muss. Weil ich selbst auch derjenige bin, dem dieser Text heute morgen etwas zu sagen hat. Und weil ich selbst jedes Jahr zu Weihnachten wieder neu an die Krippe trete und mit den Worten von Paul Gerhardt sagen will:
Eins aber hoff ich wirst du mir,
Mein Jesus, nicht versagen:
Dass ich dich möge für und für
In meinem Herzen tragen.
So lass mich doch dein Kripplein sein;
Komm, komm und lege bei mir ein
Dich und all deine Freuden!
Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.
Liebe triumphiert über das Gericht.
Jesus in dir triumphiert über das Gericht.
Du bist frei. Nicht weil du dich an ein Gesetz hältst.
Sondern weil das Gesetz der Liebe durch Jesus als eine Grundhaltung in dein Herz geschrieben ist.
Du bist eingeladen, dich heute an diesem Adventssonntag deinem Herzen zuzuwenden.
Und dabei zu entdecken, dass es um dich herum hinter den Personen lauter von Gott geliebte Menschenherzen gibt.
Du kannst dafür sorgen, dass Jesus sie durch dich mit überfließender Liebe füllt. Liebe für diese Welt, für dieses Leben, für jeden einzelnen Menschen.
Gott legt dir etwas oder jemanden aufs Herz. Bist du offen für SEINE Barmherzigkeit?
Ich möchte gerne mit uns beten.
(Gebet)
Amen.