Live @ ORIGINS: Session 1

Mit Erwin McManus
Thema: Die drei Lebensbereiche

session1.jpg

Heute morgen startete die erste Session von Origins. Schon die Einleitung mit einem bewegenden Video über die fünf Kernwerte von Mosaic LA (Wind, Wasser, Holz, Feuer, Erde), trieb mir die Tränen in die Augen. Auch die Lobpreis-Band der FeG hier erinnerte mich stark an die schönen Erfahrungen im letzten Mai bei Hillsong London.

Das Tolle hier ist, dass die Konferenz nicht sehr groß ist. 450, maximal 500 Leute erleben in einer fast familiären Atmosphäre eine tolle Gemeinschaft, während der sie in ihrem Glauben wachsen können. Und die Leute auf der Bühne sind nicht weit weg. Sie sitzen beim Mittagessen einfach zwischen den Teilnehmern und man kann sich u.a. auch direkt mit Erwin unterhalten.

In dieser ersten Session sprach Erwin darüber, welche drei Lebensbereiche es gibt und welche Rolle die Kirche in diesen spielt. Er erläuterte das anhand von Apg 17, 16-24. Da wird berichtet, wie Paulus in Athen ist.

1. Lebensbereich:
Das Zuhause, die Kirche, die Synagoge

Jeder Mensch hat einen Ort an dem er zu Hause ist, wo er sein darf, wie er ist und wo er Gemeinschaft lebt. Bei uns Christen ist das normalerweise die Gemeinde. Und wir unternehmen viele Anstrengungen um Menschen in diesen Lebensbereich einzuladen und ihre Kreativität und ihre Energie darauf zu fokussieren. Hier fühlen wir uns wohl und sicher.

2. Lebensbereich:
Das öffentliche Leben, der Arbeitsplatz, der Alltag, der Marktplatz

In diesem Lebensbereich halten sich eigentlich alle Menschen auf. Hier gehen sie ihren täglichen Aufgaben nach, hier arbeiten sie oder kaufen ein, hier gehen sie ins Kino oder auf ein Konzert. Als Christen holen wir oftmals Menschen aus diesem Lebensbereich heraus, um ihre Gaben und Fähigkeiten für die Gemeinde nutzbar zu machen. Wir bilden sie in der Gemeinde aus und irgendwann schicken wir sie wieder zurück, z.B. an ihren Arbeitsplatz, um dorthin das Evangelium zu bringen. Das Problem ist: Weil sie einen Großteil ihres Lebens in der Gemeinde verbracht haben, fehlt ihnen nun jede Verbindung zur "Welt", sie haben nur noch Christen als Freunde und ihr Potenzial, ihre Kreativität kommt nun hier nicht mehr zum Einsatz. Erwin brachte hier das Bild eines Tigers, der in einen Zoo gesteckt und gezähmt wird, bevor man ihn wieder in die Wildnis entlässt. Dort wird er nicht überleben, geschweige denn das Leben des Zoos als relevant an andere Tiger weitergeben können.

3. Lebensbereich:
Der persönliche, kulturelle Raum von anderen Menschen, privat oder öffentlich

In diesem Lebensbereich hält man sich natürlicherweise nicht auf, es sei denn man wird in ihn eingeladen. Und eingeladen wird man nur, wenn man sich in den anderen beiden Lebensbereichen als relevant/authentisch (Gemeinde) und respektabel/interessant (öffentliches Leben) erwiesen hat. Als Gemeinde bleiben wir meist im ersten Lebensbereich und sind dort nicht mal authentisch. Ab und an unternehmen wir was missionarisches im zweiten Lebensbereich, werden dort aber nicht respektiert, weil wir dort keine oder kaum Beziehungen oder zumindest keinen respektierten Status haben. Und so kommen wir sehr selten in den dritten Lebensbereich, wo Menschen wirklich erreicht und verändert werden.

Fazit: Wir müssen Kirche und Mission völlig neu denken. Kirche muss eine Plattform für die Lebensbereiche 2+3 sein und darf sich nicht auf sich selbst konzentrieren. Das Reich Gottes umfasst alle drei Lebensbereiche.

Erwin untermalte seine Ausführungen mit einigen authentischen Beispielen und Geschichten von sich und Mosaic. Auch ein Video war dabei, ich versuche es noch irgendwo im Netz zu finden. Insgesamt ein sehr interessanter und bewegender Vortrag, der mich und meine jetzige Arbeit nochmal ganz neu in Frage stellt.

PS: Zur Zeit sitze ich nach einem leckeren chinesischen Mittagessen mit Reis, Hühnchen und Curry in der Eingangshalle der FeG Rebland. Hier gibt's ein Public WLAN. Nett.

Kommentare

Jetzt kommentieren